Physik in der Schule – alles unter einem Hut

Formel und Experiment einer druckabhängigen Parabel
Ein Wasserstrahl der druckabhängig von einer Wassersäule produziert und berechnet wird.

Vladimir Vascak ist Mathe und Physiklehrer aus Tschechien. Er hat sich mit seiner App “Physik in der Schule” schon recht früh dem Physikunterricht auf den neuen Medien angenommen. Demenstsprechend ist seine App inzwischen auch riesengroß. Das gigantische Inhaltsverzeichnis erschlägt einen zwar im ersten Moment (er verzichtet auf ausklappbare Reiter in der Navigation) aber man findet sich doch recht schnell damit zurecht.

Physik in der Schule deckt thematisch die gesamte Bandbreite des schulischen Physikunterrichts ab:

  • Mechanik
  • Gravitationsfelder
  • Mechanische Schwingungen und Wellen
  • Molekularphysik und Thermodynamik
  • Elektrostatik
  • Elektrischer Strom
  • Halbleiter
  • Elektrischer Strom in Flüssigkeiten
  • Elektrizität in Gasen und im Vakuum
  • Magnetismus
  • Wechselstrom
  • Optik
  • Spezielle Relativitätstheorie
  • Atomphysik
  • Kernphysik

Wie sie sehen beschäftigt er sich nicht nur mit Physik, sondern überschreitet thematisch auch die Übergänge zur Chemie. Deshalb ist “physik in der Schule” nicht zwangsweise ein Physik-App. Vor allem die für die Chemei wichtigere Darstellung des Schalenmodells setzen meine Kollegen gerne im Chemieunterricht ein.
Aber kommen wir zum Eingemachten: Wie bekommt Vascak es hin so viel Inhalt in eine App zu packen, die nur 3,26 Euro kostet?

Dafür hat er Abstriche gemacht. Er bietet zwar einen weiten Überblick und auch eine riesige Anzahl an Experimenten, stellt aber nur Experimente auf dem Tablet dar, die man sonst auch auf dem Pult aufbauen kann. Sprich, sollten sie mal keine Zeit haben, oder vergessen haben ein Experiment am Vortag aufzubauen (oder der Kollege hat sich an ihrer Sammlung bedient), kann man sich ganz prima an Vascaks Datenbank bedienen. Da stehen die Experimente fix und fertig bereit und funktionieren so, wie sie sollen.

Hier ein Einblick:

Die Programmierung kann sich angesichts der Fülle nicht tiefgehend mit den passenden Algorithmen hinter der Physik befassen. Die Experimente sind ergebnisoptimiert dargestellt, im Fachsprech sind sie mehrheitlich bessere .gif-Dateien, sprich Videosequenzen, die man abspielen kann (darauf deutet auch die Größe der installierten Datenbank hin). Variieren kann man deshalb hauptsächlich die Geschwindigkeit bzw. einzelne Parameter im Experiment.

Das selbstständige bauen von Experimenten, wie in LightWave Studio ist folglich nicht möglich. Dafür protzt die App aber mit Zahlen und Formeln. Wer Physik sehr mathelastig unterrichten will, der findet hier auf jeden Fall ein tolles Hilfsmittel. Da aber an den Unis weltweit aktuell darüber diskutiert wird, wie man der Physik den Schreckensduktus der Formeln nehmen kann, um die Begeisterung an der eigentlichen Sache wieder hervorzuheben, befürworte ich die Formellastigkeit weniger – aber das ist ein persönlicher Standpunkt.

Logo
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Wirklich ein Fan bin ich von der teilchenphysikalischen Seite von “Physik in der Schule” und das ist es, was mich diese App lieben lässt. Schauen sie sich einmal den Screenshot von der Rutherford-Streuung an. Da verstehen die Schüler plötzlich, was da passiert – ohne dass wir lange an der Tafel zeichnen müssen, wie ein Clown die davonstrebenden Teilchen nachahmen etc. pp.

Da die Free-Version auch schon (für meine Begriffe viel zu) umfangreich ist, kann man mit ihr auch super Hausaufgaben geben. Die Schüler können sich dann das Experiment zuhause nochmal vor Augen führen. Trotzdem sollte man dem Kollegen den gefallen tun und seine bezahlte App herunterladen.

Hier die Links in die Stores:

I-PadI-PhoneAndroid
nicht mobil vorhanden google-play-badge_small

Die App funktioniert ohne Internetverbindung (ansonsten wäre sie für deutsche Schulen untauglich) braucht deshalb aber massig Speicherkapazität.  Die gigantische Datenbank belegt gleichmal mindestens (in der Free Version) 45 MB Speicher – das ist viel. Im Vergleich zu beispielsweise LightWave Studio (mit nur 12 MB in der Pro Version). Der Grund für den Unterschied ist die Programmierung: LightWave basiert nur auf einer Formel, der Maxwell-Gleichung. Physik in der Schule basiert auf einer Datenbank.

Physik in der Schule

€ 3,26
Physik in der Schule
7.4

Preis

10/10

Themenspektrum

10/10

Grafik

7/10

Anwenderfreundlichkeit

6/10

Experimentiercharakter

4/10

Pros

  • großes Themenspektrum
  • spart Vorbereitungszeit
  • Tolle Teilchen- & Atomphysik
  • Free Version ist groß

Cons

  • zu große Datenbank
  • Grafik so lala
  • mehr Vorführapp als Experimentapp

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